Es herrscht Fußball…


…auch in Palästina und Israel. Vor allem die spanischen Vereine haben es den Menschen hier angetan. Und nicht nur ihnen…

In einer abgelegenen Gasse von Nablus im Westjordanland weht sie oberhalb einer Haustüre.  Zwei Jungs sitzen gegenüber und beobachten, wie ich die blau-rote Fahne fotografiere. „Barça, hm?“, frage ich. „Yes“, sagt der Kleinere der beiden. Er grinst breit. Dann dreht er sich wieder zu seinem Freund.

Wir er grinsen in Israel und Palästina noch viel mehr Jungs, kleine und große. Denn keine andere Sportart ist so international und vereint gleichzeitig die Menschen so sehr wie Fußball. Auch hier kicken Kinder in Hinterhöfen und auf staubigen Feldern, wehen die Fahnen vor Hauseingängen und in Geschäften, treffen sich die Jungs am Wochenende zum Fußballschauen. Selbst – oder gerade – dort, wo man vermutet, die Menschen haben ganz andere Probleme, weil sie sehr arm sind, ihre Häuser zerstört und sie selbst diskriminiert werden: Dort zählen Spiele und Ergebnisse.

Barça oder Real?

Kaum ein Schuljunge– vor allem im Westjordanland und im Osten Jerusalems – muss sich nicht mindestens einmal im Leben die Frage stellen: Barcelona oder Madrid? Und manch einer entscheidet sich nie: Im Bus nach Hebron hat der Fahrer gleich mehrere Fahnen beider Vereine an die Decke des Wagens gepinnt – zwischen den schwarz-weiß-rot-grünen Palästinafahnen. Ein bisschen Patriotismus soll schon sein, neben der ganzen Verehrung westlicher Vereins- und Spielkultur.

Überall wo ich hinfahre, werde ich mit Fußball konfrontiert. Selbst in den Straßen der Altstadt vor meiner Haustüre ruft man mir, der blonden Deutschen, („Eyyy, welcome, where are you from? „Germany!“) „Schweinsteigeeeeer“ nach. Wer den Namen hier einwandfrei aussprechen kann, hat Ahnung von Fußball.

Und ich so langsam auch. 2695 Kilometer weit musste ich fliegen, um die Magie des Sportes zu entdecken, mich über Fahnen zu freuen und Aufkleber – und um sogar darüber zu schrieben: In Tel Aviv nämlich treffen sich monatlich junge olim chadaschim, also junge jüdische Einwanderer, um in den Trikots ihrer Heimatländer Fußball zu spielen – eine Reportage über den Olim Cup, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen.

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