Der Aufstand der Asylsuchenden

So etwas hat Israel noch nicht erlebt: Tausende Asylsuchende sind in Tel Aviv auf die Straße gegangen, um gegen die Asylpolitik des Landes zu protestieren. Die Aktion wirft Licht auf ein für Israel größer werdendes Problem.

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Der Anblick war überwältigend: Schätzungsweise 20.000 Flüchtlinge aus Eritrea und aus dem Sudan haben sich am Sonntag auf dem Rabin Square in Tel Aviv versammelt. Sie protestierten  gegen die neusten politischen Entwicklungen im Umgang mit den Flüchtlingen. So dürfen diese beispielsweise ein Jahr lang ohne Gerichtsverfahren eingesperrt werden. Die illegalen Einwanderer wollen, dass ihre Anträge auf Asyl überprüft werden.

Haile Menoisteab aus Eritrea, 34 Jahre alt, erklärt, warum er und tausend andere Asylsuchende protestieren.

Junge Männer und Frauen mit Kinderwägen zogen bereits am Morgen vom Levinsky Park im Süden der Stadt zu dem Platz vor dem Rathaus. Einige der Teilnehmer trugen T-Shirts mit der Aufschrift „No more prison. We want freedom“ – ein Slogan, den die Menschenmenge auf dem Platz immer wieder rief.

Haile Menoisteab erzählt, warum so viele Menschen aus Eritrea nach Israel kommen.

In den vergangenen Wochen kam es in Israel immer wieder zu Protestaktionen von Flüchtlingen. So viele Menschen wie an diesem Sonntag kamen aber bislang nicht zusammen. Diesmal wollen die Asylsuchenden drei Tage lang in den Streik treten. Viele von ihnen arbeiten in Küchen von Bars und Restaurants oder als Reinigungskräfte. An Dienstag soll es laut Medienberichten weitere Demonstrationen entlang der Hayarkon Straße geben, wo viele Botschaften ansässig sind. 

Was tun mit schätzungsweise 50.000 Flüchtlingen? Wo verläuft die Grenze zwischen dem Schutz von Verfolgten und dem Schutz vor Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen einwandern? Neben vielen anderen Problemen hat Israel nun ein weiteres, das es mit einigen europäischen Staaten teilt. Hinzu kommt in Israel aber noch die Frage nach der Identität des Landes. Mehr zu diesem Thema demnächst hier.

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